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	<title>Der Wedding</title>
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	<description>Das Magazin für Alltagskultur - Jetzt auch als Blog</description>
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		<title>Der Wedding &#8211; Gewinner des Gute-Seiten Awards 2010</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 12:21:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wedding, Freitag Abend, 05.03.2010, in der Weddingredaktion. Das Telefon klingelt, unterbricht die  Redaktionskonferenz. Alain Bieber, Journalist aus Hamburg und Initiator des Gute-Seiten Awards fragt: „Habt Ihr heute Abend schon was vor? Wollt ihr vielleicht nach Hamburg kommen?&#8221; „Wieso?&#8221; „Ihr habt gerade den Gute Seiten Award gewonnen.“.

Zwei Stunden später erreichen wir den Hamburger Kunstverein, wo in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-293" title="Pokal2" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Pokal2.jpg" alt="Pokal2" width="500" height="690" /></p>
<p><strong>Wedding, </strong>Freitag Abend, 05.03.2010, in der Weddingredaktion. Das Telefon klingelt, unterbricht die  Redaktionskonferenz. Alain Bieber, Journalist aus Hamburg und Initiator des <a href="http://www.gute-seiten.net/" target="_blank">Gute-Seiten Awards</a> fragt: „Habt Ihr heute Abend schon was vor? Wollt ihr vielleicht nach Hamburg kommen?&#8221; „Wieso?&#8221; „Ihr habt gerade den Gute Seiten Award gewonnen.“.</p>
<p><span id="more-286"></span></p>
<p>Zwei Stunden später erreichen wir den Hamburger Kunstverein, wo in den vergangenen Tagen 17 Magazinmacher aus ganz Deutschland und der Schweiz ihre Magazine und Fanzines aus den Bereichen Kunst, Fotografie, Comic, Illustration, Design, Architektur, Urbanismus und Erotik präsentiert haben.</p>
<p>Mit dabei viele spannende Magazine wie <a href="http://www.balkon-garten.de/" target="_blank">Balkon &amp; Garten</a> (Berlin), <a href="http://klubfoto.de/" target="_blank">klubfoto </a>(Hamburg), <a href="http://www.derdiedas-magazin.com/" target="_blank">der:die:das:</a> (Zürich), <a href="http://www.dienacht-magazine.com/news01.html" target="_blank">Die Nacht</a> (Trier), <a href="http://www.magazingudberg.de/" target="_blank">Gudberg </a>(Hamburg), Klebstoff &amp; Mandy (Dresden), <a href="http://www.nichtjetzt.com/" target="_blank">Nicht Jetzt!</a> (Hamburg), <a href="http://www.orte-magazin.de/" target="_blank">Magazin über Orte (</a>Berlin), <a href="http://nude-paper.com/" target="_blank">Nude Paper</a> (Hamburg), Screenshots (Berlin), <a href="http://www.spring-art.info/" target="_blank">Spring </a>(Hamburg), <a href="http://www.spacedepartment.de/wordpress/spacemag/spacemag-2.html" target="_blank">SpaceMag</a> (Hamburg), <a href="http://www.shakeyourtree.com/" target="_blank">Shake Your Tree</a> (Stuttgart / Berlin), <a href="http://supra-magazin.net/" target="_blank">Supra </a>(Hamburg), <a href="http://www.lasermag.de/" target="_blank">Laser Magazine</a> (Hamburg) und <a href="http://www.low-magazine.com/" target="_blank">Low </a>(Dresden).</p>
<p>Höhepunkt des mehrtägigen Gipfeltreffens der unabhängigen Magazinkultur ist die von Gute Seiten veranstaltete Abendgala „7live – Deutschlands erstes Live-Magazin“. Ein Live-Magazin, das nicht auf dem Papier, sondern in nur einer Nacht und an nur einem Ort existiert. An diesem Freitagabend ist das die Bühne des Hamburger Kunstvereins. In den unterschiedlichen Magazinressorts stellen verschiedene Lesebühnenautoren, Journalisten, Musiker, Köche und Modemacher ihre Beiträge live ca. 400 Leuten vor– und jeder hat nur 7 Minuten.</p>
<p>Schließlich das Grand Final des Abends:  die <strong>Preisverleihung des 1. GuteSeiten-Award</strong> für das beste unabhängige Magazin des Jahres! Eine lobende Erwähnung erhielten das <a href="http://www.jungsheft.de/" target="_blank">Jungsheft </a>aus Köln, das Literatur-Magazin <a href="http://www.editonline.de/website/index.html" target="_blank">Edit</a> aus Leipzig und <a href="http://www.bureau-baraque.de/aktuell.html" target="_blank">Schnitzel</a>, das erste Themenheft vom Kölner <a href="http://www.bureau-baraque.de/">Büro Baraque</a>.</p>
<p><strong>Und der erste Platz ging an: Der Wedding – Das Magazin für Alltagskultur!</strong> Die Jury Ale Dumbsky (Radar &#8211; International Independent Filmfestival), Heike Grebin (Professorin für Typografie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg), Karsten Henning (Artdirektor, Art &#8211; Das Kunstmagazin) und Florian Waldvogel (Direktor, Kunstverein Hamburg) hatte sich stundenlang zurückgezogen und alle eingereichten Magazine (rund 40!) begutachtet. Das Urteil einstimmig, das Entscheidungskriterium war der „Couchfaktor“, nämlich Zeit, Lust und Laune das Magazin auf dem Sofa zu lesen.</p>
<p>Wir freuen uns sehr!</p>
<p>Ein herzliches Dankeschön an alle Autoren, Fotografen, Illustratoren, Freunde und Unterstützer, von deren Engagement »Der Wedding« lebt. Unser Preis ist Euer Preis!</p>
<p>Julia &amp; Axel</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-287" title="++104" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/++104.jpg" alt="++104" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-288" title="++317" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/++317.jpg" alt="++317" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-289" title="++360" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/++360.jpg" alt="++360" width="500" height="333" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-290" title="++334" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/++334.jpg" alt="++334" width="500" height="333" /></p>
<p><em>Alle Fotos der Veranstaltung von Felix Rettberg (Danke!)</em></p>
<p>Mehr über die Veranstaltung erfährt man <a href="http://www.rebelart.net/diary/7live-–" target="_blank">hier</a></p>
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		<title>Immer an der Panke lang &#8211; Teil 1</title>
		<link>http://www.derwedding.de/2010/03/03/immer-an-der-panke-lang-teil-1/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 11:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Text: Falko Hennig  &#124;  Illustration: Axel Völcker
 
Teil 1: Auf dem Invalidenfriedhof
Eine kleine Stadtwanderung soll uns die Panke entlang flussaufwärts führen, was die erste Frage aufwirft: Wo mündet die Panke in die Spree?

Tatsächlich gibt gleich zwei Mündungen, erstens die historische, heute kaum noch sichtbare am Bahnhof Friedrichstraße. Dort am Berliner Ensemble, genauer gesagt am Schiffbauerdamm 2 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-268" title="panke-collage3" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/panke-collage3.jpg" alt="panke-collage3" width="500" height="630" /></p>
<p>Text: Falko Hennig  |  Illustration: Axel Völcker</p>
<p> </p>
<p>Teil 1: Auf dem Invalidenfriedhof</p>
<p>Eine kleine Stadtwanderung soll uns die Panke entlang flussaufwärts führen, was die erste Frage aufwirft: Wo mündet die Panke in die Spree?</p>
<p><span id="more-267"></span></p>
<p>Tatsächlich gibt gleich zwei Mündungen, erstens die historische, heute kaum noch sichtbare am Bahnhof Friedrichstraße. Dort am Berliner Ensemble, genauer gesagt am Schiffbauerdamm 2 fließt die Panke durch eine Öffnung der Ufermauer in die Spree. Meine Cousine, die im Hinterhof der angrenzenden Albrechtstraße aufwuchs, kann sich noch an das Flüsschen erinnern, an dem sie als Kind spielte, bevor es in eine Betonröhre in den Untergrund verbannt wurde.</p>
<p>Aber dann gibt es noch, zweitens, die offizielle Mündung in den Nordhafen des Spandauer Schifffahrtskanals. Wir folgen der Albrecht- und der Luisenstraße, von der armen Panke, die unter uns fast vertrocknet ihren historischen Verlauf entlangrinnt, ist nichts zu ahnen.</p>
<p>Auch in der Scharnhorststraße nicht, aber wir wissen: Unter dem Pflaster liegt der Pankestrand, aber nicht nur der. Denn in der Erde des Invalidenfriedhofes, den wir überqueren, war der „Rote Baron“ Manfred von Richthoven begraben, die Kommunisten bauten eine Betonstraße als Teil des Todesstreifens der Berliner Mauer über seine Unruhestätte bis ihn die gekränkte Familie 1975 nach Wiesbaden umbetten ließ.</p>
<p>Frische Blumen und ein Schleife erinnern an Fritz Todt, der seine Grabstätte als Schöpfer der „Straßen des Führers“ in recht eigenartiger Nähe zur Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen gefunden hat, die um die Ecke in der Boyenstraße sitzt. Sein Grab wurde eingeebnet, die Erinnerung lebt zumindest in der Familie weiter.</p>
<p>Wir verlassen den preußischen Kirchhof und am Ende der Scharnhorststraße finden wir die offizielle Mündung der Panke. Ein Angler hält hoffnungsvoll seine Rute über die an dieser Stelle recht trübe Brühe. Die Panke mündet in einen großen gemauerten Trog, bevor ihr Wasser sich in den Nordhafen des Spandauer Schifffahrtskanals ergießt.</p>
<p> &#8230; Fortsetzung folgt.</p>
<p> </p>
<p><em>Falko Hennig ist Schriftsteller, Bühnenkünstler und Literaturorganisator und Mitinitiator des legendären „Radio Hochsee“, zu sehen am 9. März 2010, 20.30 Uhr im Kaffee Burger: Radio Hochsee Themenabend Pierre Bourdieu mit den Gast-Expertinnen Anna Schneider &amp; Dr. Irene Zierke (Uni Potsdam).</em></p>
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		</item>
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		<title>Madenautomat</title>
		<link>http://www.derwedding.de/2010/02/25/madenautomat/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 21:39:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läden]]></category>
		<category><![CDATA[Produkte]]></category>

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		<description><![CDATA[
Madenautomat im Angelshop Koss in der Tegelerstraße 25
Text: Heiko Werning  &#124; Foto: Axel Völcker

Mit Berlinbesuchern ist das ja so eine Sache. Was soll man denen nur immer zeigen? Reichstag und Kuppel und so, alles schön und gut. Aber letztlich wollen sie dann ja doch immer „mal was Besonderes“ erleben. Zum Glück wohne ich im Wedding. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-261" title="Maden_500px" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Maden_500px1.jpg" alt="Maden_500px" width="500" height="656" /></p>
<p><em>Madenautomat im Angelshop Koss in der Tegelerstraße 25</em></p>
<p>Text: Heiko Werning  | Foto: Axel Völcker<em><br />
</em></p>
<p>Mit Berlinbesuchern ist das ja so eine Sache. Was soll man denen nur immer zeigen? Reichstag und Kuppel und so, alles schön und gut. Aber letztlich wollen sie dann ja doch immer „mal was Besonderes“ erleben. Zum Glück wohne ich im Wedding. Da ist das ganz einfach. Meine Besucher jedenfalls wollen alle immer nur das Eine sehen: den Madenautomaten in der Tegeler Straße.</p>
<p><span id="more-253"></span></p>
<p>An einer Hauswand hängt er dort, ein altes Gerät in leicht angegammeltem weißen Farbton, in der Bauweise alter Getränkedosenautomaten. In sechs Reihen sind kleine Fächer darin angeordnet, die von außen durch eine Glasscheibe eingesehen werden können. In diesen Fächern stehen Plastikdosen. Darüber prangt in großen schlichten Buchstaben lediglich ein Wort: „Maden“. Was gäbe es dazu auch sonst groß zu sagen? Es sind Maden drin, und wenn man einen Euro reinwirft, sind die Maden draußen. Dann hat man eine Schachtel Maden in der Hand. Das ist wahnsinnig praktisch, wenn man gerade mal welche braucht.„Was ist das denn?“, fragen die Gäste fassungslos, dabei steht es da doch unüberlesbar dran. Aber Touristen wollen ja immer alles ganz genau erklärt haben. Deshalb erläutere ich in ruhigem Tonfall: „Maden. Da drin sind Maden.“</p>
<p>„Das glaube ich nicht“, sagen sie und werfen eine Münze ein. Sie nehmen die Dose in die Hand, machen den Deckel auf und schauen ungläubig und entsetzt hinein: Im leicht klebrig feuchten Sägemehl tummeln sich gut 100 Maden, die munter herumkriechen, dabei gelegentlich ihr Köpfchen heben, oder wie immer die Seite mit den beiden schwarzen Punkten bei diesen Viechern heißen mag, vielleicht ist es auch der Schwanz, was weiß ich, jedenfalls heben sie lustig ihr eines Ende nach oben, lassen es ein wenig kreisen, vielleicht gucken sie sich um, und dann nehmen sie mit Schwung Anlauf und tauchen mit diesen seltsamen fortlaufenden Kontraktionswellen ihrer straff gespannten, ledernen Haut über dem prallen Körper wieder in ihr Sägemehl ein, wo sie so herumwühlen, dass drei Artgenossen an die Oberfläche gedrückt werden, die nun ebenfalls ihre Vorderhälfte nach oben recken, und das passiert überall in der Dose gleichzeitig – ein Bild, wie wenn Dutzende Maden den Betrachter frohgemut grüßen, bevor sie sich wieder in ihr Element vergraben. Der Besuch starrt immer noch entsetzt auf die Dose: „Das ist ja widerlich!“, hört man ihn sagen, und ich frage dann stets: „Aber warum hast Du sie dir dann gekauft!“</p>
<p>„Na hör mal, wer konnte denn ahnen, dass da Maden drin sind!“ Geduldig weise ich darauf hin, dass ich von einem Maden-Automaten berichtet habe, den er dann unbedingt sehen wollte, und auf dem in 10 cm hohen, gut lesbaren Buchstaben das Wort „Maden“ steht. Was er denn erwartet habe?</p>
<p>Der Besuch will es einfach nicht wahrhaben: „Aber … aber wer tut denn sowas?“</p>
<p>„Was?“</p>
<p>„Naja, wer zieht Maden aus einem Automaten?“</p>
<p>Langsam zweifle ich an seinem Verstand. Ich schaue ihn sehr ernst an: „Tja… Du zum Beispiel. Du hast eben Maden aus einem Automaten gezogen.“</p>
<p>„Ja, aber ich wollte doch gar keine!“ Er guckt mich dabei leicht gequält an. Ihm ist schon aufgefallen, dass er sich mit der Argumentation auf dünnem Eis bewegt. Ich schlage versöhnlichere Töne an: „Mein Gott, das ist doch wirklich nichts Besonderes! Das ist wie im Supermarkt mit den Regalen an der Kasse. Da sind auch nur so Sachen drin, die keiner wirklich haben will, und die Leute greifen dann einfach zu und schmeißen sie in ihren Einkaufswagen.“</p>
<p>„Ja, aber das sind ja auch keine Maden!“</p>
<p>„Nein.“</p>
<p>„Nein. Das sind Schokoriegel oder so.“</p>
<p>„Hättest du hier einen Euro reingeworfen, wenn dies ein Schokoriegel-Automat gewesen wäre?“</p>
<p>„Äh… nein. Wahrscheinlich nicht. Aber ich wollte ja auch keinen Schokoriegel.“</p>
<p>„Nein. Du wolltest Maden.“</p>
<p>„Ich wollte keine …!“ Er brüllt fast.</p>
<p>„Aber du hast Maden gekauft. Immerhin gut 100 Stück, würde ich schätzen.“</p>
<p>In den Augen des Besuchs steht ein großes, verzweifeltes Fragezeichen: „Warum?“</p>
<p>„Na ja, ich nehme an, weil die Leute hier nunmal Maden kaufen. Schokoriegel lohnen sich wahrscheinlich nicht. Vielleicht war das ja mal ein Schokoriegelautomat, aber alle werden ja immer gesundheitsbewusster und sparsamer, da kaufen sie keine Schokoriegel mehr oder nur noch bei Lidl, und der Besitzer hat sich nachts im Bett gewälzt und gefragt, was er bloß mit seinem Automaten anfangen soll, jetzt wo niemand mehr Schokoriegel kauft, er hatte doch schließlich die Investitionskosten und es war eine stete Einnahmequelle, irgendwas muss er schließlich verkaufen mit diesem Automaten, und dann hat er sich gesagt: Gut, dann nehme ich halt Maden. So was mögen die Leute hier sicher. Und siehe da, er hat Recht gehabt. So ist das, man muss mit dem Markt gehen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Jeder, der hier zu Besuch ist, kauft eine Dose Maden, das ist doch eine super Geschäftsidee. Vielleicht ist das auch so eine Ich-AG, vielleicht ist da jemand zu seinem Fallmanager gegangen und hat gesagt: ´Schluss, ich will nicht mehr auf eine Jobvermittlung warten, ich mach mich jetzt selbstständig.´ ´Tja, was können Sie denn´, hat der Arbeitsvermittler dann nachdenklich gefragt, und derjenige hat stolz geantwortet: ´Ich kann Maden. Bin ich groß drin. Und die Leute werden sie mir aus den Händen reißen!´ Dann hat er eine Förderung bekommen, um sich einen alten Automaten kaufen zu können. Wahrscheinlich ist er neulich mit seinem goldenen Mercedes, den er sich von all den Maden hat zusammenschweißen lassen, beim Arbeitsamt vorgefahren und hat sich sehr bedankt.“</p>
<p>Mein Besuch zweifelt. Aber er mag jetzt auch nicht mehr darüber diskutieren. Er will in die Kneipe. Unterwegs will er die Plastikdose in eine Mülltonne werfen. Ich bin erschüttert. „Hey, das kannst Du doch nicht machen! Du kannst doch nicht einfach die Maden wegschmeißen.“</p>
<p>„Na ja, aber ich wollte sie doch gar nicht. Das war doch nur so ´ne Idee, die zu ziehen.“</p>
<p>„Aha, nur so ´ne Idee. Wie zu Weihnachten immer, da kaufen die Leute auch immer irgendwelche Tiere, Hunde oder Katzen, und dann binden sie die im Sommer, wenn sie in Urlaub fahren, an der nächstbesten Autobahnraststätte fest.“</p>
<p>„Ach komm, das ist doch was ganz anderes.“</p>
<p>„Ja, bei Hunden ist es nur einer.“</p>
<p>„Das sind doch nur Maden!“</p>
<p>„Ja, Maden. Fliegenwelpen sozusagen. Die haben ihr Leben noch vor sich. Du willst 100 kleine Kinderleben einfach auslöschen!“</p>
<p>Er sah mich ratlos an.</p>
<p>Ich gebe ihm einen Tipp: „Versuch halt, sie in der Kneipe an jemand anders zu verkaufen. Dann braucht der nachher in der Kälte nicht mehr bis zum Madenautomaten zu gehen.“</p>
<p>Er sah mich noch ratloser an. Als wir die Torfstraße einbogen, sahen wir eine tote Ratte auf dem Gehsteig. „Da! Das ist die Lösung!“, jubilierte mein Besuch, öffnete die Dose, und ganz vorsichtig ließ er die kleinen Maden hinauskrauchen. „Viel Glück!“, hauchte er ihnen zu. Zufrieden gingen wir in die Kneipe.</p>
<p>Ich stelle mir vor, wie der Besitzer des Madenautomaten überall in den Straßen des Weddings tote Ratten ausgelegt hat. Die kann er dann morgens alle abgehen und die Maden wieder einsammeln. Eine wirklich große Geschäftsidee. Da sage noch einer, am Standort Deutschland gebe es keine Innovationen mehr. Wer das glaubt, der begleite mich in die Tegeler Straße. Zum Madenautomaten. Ich zeige es jedem sehr gerne.</p>
<p><em> aus: Heiko Werning: &#8220;In Bed with Buddha. Ein episodischer Entwicklungsroman&#8221;, Edition Tiamat 2007.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>YumYum – Suppe knuspern</title>
		<link>http://www.derwedding.de/2010/02/20/yumyum-%e2%80%93-suppe-knuspern/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 22:26:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Schwer angesagt beim Weddingnachwuchs ist dieser Snacktrend: Orientalische Instant Nudeln!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left">
<p align="left"><img class="alignnone size-full wp-image-243" title="yum-yum-klein" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/yum-yum-klein.jpg" alt="yum-yum-klein" width="500" height="431" /></p>
<p align="left">Schwer angesagt beim Weddingnachwuchs ist dieser Snacktrend: Orientalische Instant Nudeln! Zu kaufen gibt es die farbenfrohen Packungen für 45 Eurocent in fast jedem Eckgeschäft. Aber Achtung! – Die harte Nudelmasse auf keinen Fall mit Wasser oder Feuchtigkeit in Verbindung bringen.</p>
<p align="left">Die Packung – sie liegt griffig in der Hand &#8211; kann unterwegs problemlos unter den Arm geklemmt werden. Nun die ungekochten Nudeln auf der Handfläche zerkrümmeln, dann vorsichtig die Tüte mit der Instantgewürzmischung aufreißen und über die zerkleinerten Knuspernudeln streuen. Schon genießt man Knabberspaß, der den traditionellen Kartoffelchips geschmacklich keineswegs nachsteht.</p>
<p align="left">Text: Andreas Hartung</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Typographie im Wedding</title>
		<link>http://www.derwedding.de/2010/02/14/typographie-im-wedding/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 20:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läden]]></category>

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		<description><![CDATA[Teil 1: Thema „Redesign&#8221; von Axel Völcker
Typografie im Wedding ? &#8211; Das sind geschwungene Buchstaben aus Leuchstoffröhren auf den Reklametafeln der Sechziger Jahre, „Neueröffnungs“-Banner über Dönerbuden, die bunten Werbeschilder der letzten großen Nagelstudiowelle oder die omnipräsenten Logos der vielen Billigdiscounter und 1-Euro Shops. In Berlin-Wedding gibt es keine aufwendig designten Flagship-Stores, dafür einen bunten Schilderwald, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Teil 1: Thema </strong><em><em><strong>„</strong></em></em><strong>Redesign&#8221;</strong> von Axel Völcker</p>
<p>Typografie im Wedding ? &#8211; Das sind geschwungene Buchstaben aus Leuchstoffröhren auf den Reklametafeln der Sechziger Jahre, „Neueröffnungs“-Banner über Dönerbuden, die bunten Werbeschilder der letzten großen Nagelstudiowelle oder die omnipräsenten Logos der vielen Billigdiscounter und 1-Euro Shops. In Berlin-Wedding gibt es keine aufwendig designten Flagship-Stores, dafür einen bunten Schilderwald, in dem noch nicht jede Eckkneipe zur minimalistischen Lounge getrimmt wurde. Schaut man genau hin, so entdeckt der aufmerksame Flaneur einen Schatz an typografischen Reliquien aus einer Zeit, in der die Müllerstraße noch der Ku&#8217;damm des Nordens war.</p>
<p><strong>Redesign</strong></p>
<p>»Redesign« bedeutet die Neugestaltung von gebrauchsgraphischen Gebilden jeder Art, seien es beispielsweise Zeitungen, Logos oder Reklametafeln.</p>
<h6>* Bei einigen der abgebildeten Geschäfte wurde nicht nur die Beschilderung ausgetauscht.</h6>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-228" title="Kneipe_Fahrschule" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Kneipe_Fahrschule.gif" alt="Kneipe_Fahrschule" width="500" height="340" /></em></p>
<p><strong><em>Kneipe </em><em>„</em></strong><strong><em>Nauener Eck</em></strong><em><strong>&#8220;</strong>, Nauener Platz, heute „Fahrschule Aktiv“</em></p>
<p><span id="more-227"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-229" title="Kugelblitz01" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Kugelblitz01.gif" alt="Kugelblitz01" width="500" height="313" /></p>
<p><em><strong>Kneipe „Kugelblitz“</strong>, Groninger Straße / Ecke Liebenwalder Straße</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-230" title="Eck_Nr.01" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Eck_Nr.01.gif" alt="Eck_Nr.01" width="500" height="296" /></em></p>
<p><em><strong>Kneipe „Eck N°1“</strong>, Müllerstraße / Ecke Triftstraße, heute Shisha-Bar „Harlem“</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-231" title="Kutscher-neu" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Kutscher-neu.gif" alt="Kutscher-neu" width="500" height="353" /></em></p>
<p><em><strong>„Kutscher-Kneipe“</strong>, Genter Straße / Ecke Brüsseler Straße</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-232" title="Liesegang" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Liesegang.gif" alt="Liesegang" width="500" height="316" /></em></p>
<p><em><strong>Kneipe „Zum Storchennest“</strong>, Malplaquetstraße / Ecke Nazareth-Kirch Straße, später Bar „Liesegang“, heute Bar „Weine &amp; Geflügel“</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em>Axel Völcker ist Fotograf und Herausgeber des Magazins „Der Wedding“. Auf vielen Wahrnehmungsspaziergängen durch seinen Heimat-Kiez fotografierte er &#8211; mit besonderer Vorliebe für Schriftgestaltung &#8211; die Ladengeschäfte und Reklametafeln des Weddings.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 16:37:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-225" title="derWedding-banner-test05-kurz" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/derWedding-banner-test05-kurz.gif" alt="derWedding-banner-test05-kurz" width="500" height="300" /></p>
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		<title>Standortwahl</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 17:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läden]]></category>

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Text: Robert Rescue  &#124;  Illustration: Andreas Hartung
Wer im Wedding wirtschaftlich Fuß fassen will, nennt sein Geschäft „Billig“ oder „Preiswert“ oder als Discounter „Aldi“ oder auch „Penny“, wobei „Penny“ deutlicher klingt als „Aldi“. Am besten gehen jedoch „Pfennigland“, „Fundgrube“, „Restposten“ und „Lagerverkauf“, am besten per Außenmikrophon ausgerufen, damit es jeder hört und angelaufen kommt:
„Hier, meine werten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-208" title="illustration_fertig" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/illustration_fertig.jpg" alt="illustration_fertig" width="500" height="552" /></p>
<p>Text: Robert Rescue  |  Illustration: Andreas Hartung</p>
<p><strong>Wer im Wedding wirtschaftlich Fuß fassen will, nennt sein Geschäft „Billig“ oder „Preiswert“ oder als Discounter „Aldi“ oder auch „Penny“, wobei „Penny“ deutlicher klingt als „Aldi“. Am besten gehen jedoch „Pfennigland“, „Fundgrube“, „Restposten“ und „Lagerverkauf“, am besten per Außenmikrophon ausgerufen, damit es jeder hört und angelaufen kommt:</strong></p>
<p>„Hier, meine werten Damen und Herren, bieten wir ihnen erlesene Produkte zu sensationell günstigen Preisen. Kaufen sie hier ein, dann wird ihnen geholfen. Hier kostet alles nur 50 Cent, selbst die Artikel, die nicht so aussehen, als würden sie 50 Cent kosten, kosten 50 Cent. Darauf gebe ich Ihnen mein letztes Hemd, das ich gerade trage.“</p>
<p><span id="more-207"></span></p>
<p>Legendär ist das Kaufhaus, welches mal in der Utrechter Straße seine Türen öffnete und die Weddinger in Scharen anzog, was wohl an dem Namen lag – „Super-günstig-preiswert-billig-ansichumsonst“</p>
<p>Bei dieser Ladenbezeichnung, das kann sich jeder denken, ist dem Eigentümer kein wirtschaftlicher Erfolg vergönnt, was schließlich nach einer Woche durch eine plötzliche Geschäftsaufgabe, ohne Räumungsverkauf übrigens, auch geschah.</p>
<p>Geschäften, die nicht ausdrücklich einen Anspruch auf „billig“ erheben, bringt der Weddinger Misstrauen entgegen, in der Art, dass er solchen Geschäften aus dem Weg geht und diese handeln lässt, bis ihnen betriebswirtschaftlich die Puste ausgeht und sie durch große Schilder mit dem Aufdruck „Räumungsverkauf“ deutlich machen, dass sie sich geschlagen geben. Dann erst geht der Weddinger dort einkaufen.</p>
<p>„Liebling, ich glaube, du brauchst mal wieder neue Schuhe.“</p>
<p>„Ich denke auch, meine Süße. Ich habe gesehen, dass das Schuhgeschäft in der Müllerstraße für nächste Woche Räumungsverkauf zu Supergünstigen Preisen angekündigt hat. Da können wir dann mal hingehen.“</p>
<p>Es gibt allerdings mindestens ein Geschäft im Wedding, dass dem ganzen Preisdruck, dem ganzen „Ich mach auf billig“ und vor allem, jedem Ausverkauf trotzt – das Wohnmöbelgeschäft „Graetz Wohnstil“ in der Seestraße 98/Ecke Lüderitzstraße.</p>
<p>Unter dem Motto „Wohnstil“ wirbt es für exquisite Wohnmöbel, etwas, was im Wedding unbekannt ist.</p>
<p>Täglich gehe ich an dem Geschäft vorbei und denke mir einerseits, dass „Graetz“ ein virtuelles Abbild einer Möbelboutique vom Kurfürstendamm ist, das sich verirrt hat.</p>
<p>Andererseits erwische ich mich oft dabei, dass ich an dem Laden vorbeigehe und laut ausrufe: „Was solln ditte?“, was umgangssprachlich eine Kurzform darstellt von: „Ich kann nicht recht einsehen, warum es dieses Ladengeschäft ausgerechnet hier gibt, wo es doch Produkte vertreibt, für die Preise verlangt werden, die hier niemand bezahlen kann.“ Nenne ich also mal zwei Beispiele:</p>
<p>In einem der vielen Verkaufsräume steht ein Tisch aus zugegeben edlem, teuren Holz. Ansonsten ist er schmucklos und erscheint wie ein ganz normaler Tisch, an dem sich Essen oder Kartenspielen lässt. Das aber verbietet sich durch den Preis in Höhe von 2700 Euro. Direkt daneben steht ein Korbsessel, den äußerlich auch nichts ungewöhnlich macht, vielmehr erscheint er als etwas, für das ein Weddinger, wenn er denn Lust und/oder Bedarf an einem solchen Möbelstück hat, nach Tempelhof zu IKEA fährt, weil das schwedische Möbelhaus niemals einen Korbsessel für 590 Euro anbieten würde. Hat der Weddinger aber kein Geld für Neuware, dann läuft er um die Ecke, wo er bei einem der zahlreichen Wohnungsauflöser einen Tisch für 17 und einen Korbsessel für 19 Euro bekommt.</p>
<p>Neulich erzählte mir Gesine, gebürtige Weddingerin, dass es das Geschäft bereits gegeben habe, als sie noch in die Grundschule ging. Nun weiß ich Gesines Alter nicht genau, deshalb tippe ich mal, dass das Anfang der Achtziger Jahre gewesen sein muss. Solange kann sich kein Geschäft halten, wo sich den Tag über der Geschäftsführer in einem der hinteren Räume verschanzt und ich, trotz häufigen Vorbeigehens und Wunderns, noch nie einen Kunden gesehen habe.</p>
<p>Da sich diese im Wedding definitiv nicht finden, muss die Kundschaft von außen kommen. Das müssen dann irgendwelche Gutbetuchten aus Zehlendorf oder Charlottenburg sein, die sich Möbel nicht zur Nutzung, sondern zum Anschauen kaufen und die sich vielleicht einmal im Monat sagen: „So, jetzt fahre in den Wedding und kauf da einen neuen Sekretär, die anderen mag ich nämlich nicht mehr anschauen.“</p>
<p>Zum Schluss ein Hinweis auf eine Legende, die sich die Leute im Kiez erzählen, wenn sie sich im Gespräch über das merkwürdige Geschäft Lüderitzstraße/Ecke Seestraße wundern und von der zwei Versionen existieren.</p>
<p>Anfang der Achtziger Jahre soll der damals 22jährige, frischverheiratete Klempnergeselle Andreas Weierich an dem Geschäft vorbeigelaufen und auf die Idee gekommen sein, sich dort einen Tisch und einen Korbsessel zu kaufen, um damit seine neue Wohnung auszustatten. Angesichts der hohen Preise für beide Möbel entschloss er sich, solange zu sparen, bis er die Summe zusammen hatte.</p>
<p>Die eine Version der Legende behauptet, dass Andreas Weierich zwar eisern sparte, doch Anfang 2000, kurz bevor er die Summe zusammen hatte, dem Alkoholismus verfiel, seine Wohnung und Frau dadurch verlor und insgesamt in Grund und Boden abstürzte. Der Legende nach führt ihn sein Weg manchmal des Nachts durch die Lüderitzstraße, wo er dann stehen bleibt und die Fensterscheiben von „Graetz Wohnstil“ anbrüllt: „Irgendwann habe ich das Geld zusammen und dann komme ich wieder. Dann kaufe ich die Möbel und alles wird wieder gut.“</p>
<p>Die andere Version der Legende hat auch kein gutes Ende:</p>
<p>Da heißt es, Weierich hätte am 15. April 2005 das Geld zusammen gehabt und sei frohgemut zu „Graetz Wohnstil“ gelaufen, wo ihm der ominöse Besitzer des Ladens aber mitteilte, dass gerade eben ein Stammkunde aus Zehlendorf beide Möbelstücke aufgekauft hätte.</p>
<p>Daraufhin habe Andreas Weierich aus Gram sein Geld im nahegelegenen „Saray Dönerparadies“ in exakt 1316 Döner investiert, von denen er 73 zu verspeisen schaffte, bevor es ihn dahinraffte.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong></p>
<p>Ein halbes Jahr nach Fertigstellung dieses Textes schloss „Wohnmöbel Graetz“. Seitdem glaube ich, dass ich die Fähigkeit besitze, durch meine Texte die Existenz hiesiger Geschäfte beeinflussen zu können. Vor kurzem habe ich über ein Internet-Café in der Brüsseler Straße geschrieben. Vor drei Tagen hat es zugemacht. Das kann aber auch daran liegen, dass es nebendran noch zwei weitere Cafés gibt und drei sind definitiv zu viele für eine Straße.</p>
<p><em>Erschienen in: DER WEDDING – Ausgabe 01</em></p>
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		<title>B im W</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 17:48:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rituale]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der BMW 3er. Kein Auto ist so sehr Wedding wie er. Und kein 3er wird so begehrt, wie der M3, der König der 3er-Reihe.
Text: Frank B. Meyer  &#124;  Fotografie: Axel Völcker
Das flammneue M3 Coupé steht an der Shell-Tankstelle Müllerstraße. Steht da und löst Gefühle aus: Begeisterung, Eitelkeit, Gier, Misstrauen – und Höflichkeit.

Zuerst Höflichkeit. »Schuldigung, darf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-197" title="BMW-verhuscht_RZ" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/BMW-verhuscht_RZ.jpg" alt="BMW-verhuscht_RZ" width="500" height="335" /></p>
<p>Der BMW 3er. Kein Auto ist so sehr Wedding wie er. Und kein 3er wird so begehrt, wie der M3, der König der 3er-Reihe.</p>
<p>Text: Frank B. Meyer  |  Fotografie: Axel Völcker</p>
<p>Das flammneue M3 Coupé steht an der Shell-Tankstelle Müllerstraße. Steht da und löst Gefühle aus: Begeisterung, Eitelkeit, Gier, Misstrauen – und Höflichkeit.</p>
<p><span id="more-196"></span></p>
<p>Zuerst Höflichkeit. »Schuldigung, darf isch mal was fragen? Wie viel PS?« Semih (16) und seine sechs Kumpels schwärmen um den M3 herum. »Darf isch misch einmal reinsetzen? Einmal reinsetzen, bittäää!«<br />
Begeisterung. Die Jungs plappern deutsch und türkisch durcheinander. Dann Eitelkeit. Einer setzt seine Sonnenbrille auf im späten Abendlicht, rückt die dicke Halskette zurecht, lehnt sich auf die Motorhaube, macht mit einer Hand das W-Zeichen (Wedding, klar). Semih knipst ihn mit seinem Sony-Ericsson W800.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-198" title="IMG_4896-2-klein" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/IMG_4896-2-klein.jpg" alt="IMG_4896-2-klein" width="500" height="393" /><br />
Dann Gier. Aziz (21) aus Kroatien: »Darf ich mich reinsetzen, mal anlassen und Gas geben?« Darf er nicht. Der Fahrer startet den V8, Aziz greift in den Fußraum und jagt den Motor hoch, mit der Hand auf dem Gaspedal. »Fahr mal los, ich zeig dir, wo die Zigeuner sind. Die haben ganz dicke Autos, Ferrari und Lamborghini und so.« Heute sind keine da. Also fahren wir zur Pankstraße. An der Ecke Reinickendorfer Straße stehen Kroaten und Bosnier.</p>
<p>Jetzt Misstrauen. »Mietwagen?«, fragt einer. (Hauptkommissar Holger vom Polizeiabschnitt 35 erzählt später: »Wenn sie richtig was zeigen wollen, dann mieten sie sich ein teures Auto.«) Kein Mietwagen. »Wie viel PS?«, »Wie viel kostet der?«, »Wie schnell auf hundert?« Messwert 5,1 Sekunden. Ein Bosnier mault: »Öööh, fünf Komma eins? Zu schwach!« Er fängt eine Diskussion über Ferrari an. »Das ist unglaublich, der ist zu langsam.«</p>
<p>Trotzdem, immer noch Gier: »Darf ich mal damit fahren, nur kleines Stück?«, und immer noch Begeisterung. Ein Kumpel fährt in seinem BMW 645i Cabrio auf und ab, lässt seinen V8 grollen. Aziz überlegt: »Mercedes ist mehr intelligente Wagen, BMW ist mehr Sportwagen. Früher in die Heimat, wir hatten immer keine BMW, wir wünschen uns BMW.« Gino (19) weiß auch was: »Südländer lieben den 3er, weil er sportlich ist, und kann man gut umbauen.«<br />
Zurück zur Tankstelle. Gino kommt mit. Der Älteste der Bosnier ruft grinsend hinterher: »Aber jetzt mal bisschen Asphalt!« Ein kurzer Gasstoß und Gino strahlt. Zum Abschied an der Shell sagt er: »Danke! Wir sind im Wedding, Mann! Der Wedding ist höflich.«<br />
<img class="alignnone size-full wp-image-199" title="IMG_4910-2-klein" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/IMG_4910-2-klein.jpg" alt="IMG_4910-2-klein" width="500" height="325" /><br />
<em>BMW M3 Coupé<br />
V8-Motor, 420PS, 250km/h (abgeregelt), 3999cm3 Hubraum, 0–100 km/h in 4,8s (Werksangabe), Normverbrauch 12,4Liter   Super Plus, 66.650 Euro</em></p>
<p><em>Erschienen in: DER WEDDING – Ausgabe 01</em></p>
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		<title>Dialoge, die nur im Wedding vorkommen, Teil 1</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 18:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dialoge]]></category>

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		<description><![CDATA[Teil 1: An der Imbissbude von Robert Rescue
„Ich hätte gerne eine Bratwurst ohne Wurst.“
„Also nur Brat, ja?“
„Genau.“
„Okay. Hier bitte.“
„Da ist aber ein kleines bißchen Wurst neben dem Brat.“
„Moment, das schneide ich weg. So bitte.“
„Danke.“

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Teil 1: An der Imbissbude</strong> von Robert Rescue</p>
<p>„Ich hätte gerne eine Bratwurst ohne Wurst.“<br />
„Also nur Brat, ja?“<br />
„Genau.“<br />
„Okay. Hier bitte.“<br />
„Da ist aber ein kleines bißchen Wurst neben dem Brat.“<br />
„Moment, das schneide ich weg. So bitte.“<br />
„Danke.“</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-187" title="Erwiens" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Erwiens.jpg" alt="Erwiens" width="500" height="590" /></p>
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		<title>Herzlich Willkommen</title>
		<link>http://www.derwedding.de/2010/01/03/herzlich-willkommen/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 16:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Wedding ist ein Bezirk.
»Der Wedding« ist ein Magazin.
»Der Wedding« ist jetzt auch ein Blog.
Willkommen in der unaufgeregten Welt des Großstadtalltags jenseits des Scheinwerferlichts großer Berliner Bühnen. „Der Wedding-Blog“ führt Sie auf die entlegensten Hinterhöfe der Großstadt, hinein in die Stammkneipen des Berliner Milieus oder gleich um die Ecke an die Theke Ihrer Pommes-Bude. Mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wedding ist ein Bezirk.<br />
»Der Wedding« ist ein Magazin.<br />
»Der Wedding« ist jetzt auch ein Blog.</p>
<p>Willkommen in der unaufgeregten Welt des Großstadtalltags jenseits des Scheinwerferlichts großer Berliner Bühnen. „Der Wedding-Blog“ führt Sie auf die entlegensten Hinterhöfe der Großstadt, hinein in die Stammkneipen des Berliner Milieus oder gleich um die Ecke an die Theke Ihrer Pommes-Bude. Mit einem Blick auf das Kleine im Großen erzählen wir Geschichten, die unmittelbar vor Ihrer Haustür passieren.</p>
<p>So wie in Berlin-Wedding: Türkische Großfamilien, Berliner Urgestein, Künstler und Studenten, unzählige Wettbüros, Teestuben, Galerien – der Wedding ist herzlich und echt, das Leben hier gelassen und bodenständig. Und das ist Programm: „Der Wedding“ ist unsere Hommage an den Alltag!</p>
<p>Viel Freude beim Lesen<br />
wünscht Ihnen</p>
<p>Ihre Wedding-Redaktion</p>
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