
Das Abendbrot ist die wichtigste Mahlzeit − zumindest an einem ganz normalen Wochentag. Es leistet viel: Fürsorge, Familienrat, Nahrungsaufnahme, zur Ruhe kommen. Das ist nicht einfach für das Abendbrot.
Text Daniela Künne | Foto Sandra Hoyn
Denn auf kleinem Raum und in meist weniger als einer Stunde konzentrieren sich Menschen, Essen und Ansprüche. Um die Wichtigkeit des Abendbrotes wissen auch Familienhelfer. Zu Beginn ihrer Arbeit sorgen sie vor allem dafür, dass sich die Familie zum Abendessen um den Küchentisch versammelt.
Jeden Abend ist das so: Mit der flachen Hand auf den Schalter schlagen, knirschend tickt das Licht im alten Berliner Treppenhaus los. Heimkommen – Abendbrotzeit.
Auf dem Weg nach oben dringen Geräusche aus den Wohnungen. Wie in einem Adventskalender hinter jeder Tür ein anderes: mal das Klappern von Besteck, dann ein dumpfer Fernseh-Ton, im nächsten Stock hämmert ein Techno-Bass als parke hinter der Tür ein Golf mit Brandenburger Nummernschild und manchmal auch nur Dunkelheit und Stille. Schwer vorstellbar, dass dies der Soundteppich zur überall gleichen Handlung ist:
Die Familie versammelt sich zum Abendessen um den Küchentisch und erzählt sich bei Gürkchen und Stullen auf Holzbrettchen ihren Tag. Der Zeitschalter für das Treppenhauslicht zählt zu schnell, zweimal wird es dunkel unterwegs. Das sind die Zufallstreffer, um zu klingeln und die Frage zu stellen: Abendbrot, wie geht das bei euch? Ist euch das wichtig?
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