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	<title>Der Wedding &#187; Leute</title>
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	<description>Das Magazin für Alltagskultur - Jetzt auch als Blog</description>
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		<title>An Weddings Riviera &#8211; Die Fee vom Plötzensee</title>
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		<pubDate>Sun, 23 May 2010 07:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leute]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit den ersten sommerlichen Temperaturen startet nun bald die  Badesaison. An der Riviera des Weddings ist dieses Vergnügen ökologisch unbedenklich und man hat die einmalige Gelegenheit die Fee Monika zu treffen.

Text und Fotos: Torsten Flüh

 
 
Der Plötzensee bietet entschieden mehr Strecke als jedes Freibad und die Weddinger Jungs, die hier auch Ali und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit den ersten sommerlichen Temperaturen startet nun bald die  Badesaison. An der Riviera des Weddings ist dieses Vergnügen ökologisch unbedenklich und man hat die einmalige Gelegenheit die Fee Monika zu treffen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-554" title="Parkblick" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Parkblick1.jpg" alt="Parkblick" width="551" height="369" /></p>
<p>Text und Fotos: Torsten Flüh<span style="font-family: Verdana; color: #333333; font-size: xx-small;"><span style="font-size: 9pt; font-family: Verdana; color: #333333;"><br />
</span></span></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Der Plötzensee bietet entschieden mehr Strecke als jedes Freibad und die Weddinger Jungs, die hier auch Ali und Hussein, Sami oder Enrique heißen, springen verbotener Weise wie richtige Naturburschen von den kräftigen Ästen alter Bäume ins Wasser. Alles unter den Augen des Bademeisters vom Strandbad am Nordufer, der aber auf das Gebiet auf gegenüber keinen Zugriff hat. Wahrscheinlich hat er schon längst vor den dreiviertellangen Badehosen kapituliert &#8211; am See ist das Hygieneproblem eben anders gelagert als im Schwimmbad.</p>
<p><span id="more-539"></span></p>
<p>Das Strandbad wurde 1928 von Walter und Johannes Krüger gebaut. Sonnenschirme für kann man hier schon für einen Euro mieten, Strandliegen und Strandkörbe stehen ebenfalls zur Auswahl. Aus der Ferne das Rauschen der Seestraßen-Autobahnauffahrt. Im Takt gegen den Ostwind starten die Maschinen vom Flughafen Tegel. Weddings Riviera &#8211; fast wie Urlaub ganz im Süden, nur ökologisch intakt. Den See gibt es schon seit der Eiszeit. Der  Reiher sieht hier wohlgenährt aus, und auch den Haubentauchern geht es gut.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-555" title="Monika" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Monika2.jpg" alt="Monika" width="551" height="360" /></p>
<p><em>Die Fee vom Plötzensee</em></p>
<p>Nicht weniger eine seltene Erscheinung: die Fee vom Plötzensee. Sie vermietet Tret- und Ruderboote mit so klangvollen Namen wie „Plötze“. Und sie verkauft Bier und diese giftgrünen Fruchtgummi-Schlangen für Kinder. Eis am Stiel gibt es sowieso. Die „Fee vom Plötzensee“ heißt Monika &#8211; nicht mit c, sondern mit k, weil es ein alter deutscher Mädchenname ist, wie Monika betont.</p>
<p>Seit zwanzig Jahren macht das jetzt, sagt Monika. Damit dürften Ali, Enrique und Hussein, die mit dem Tretboot auf dem See cruisen, schon als Schuljungs Monikas Kunden gewesen sein. Fruchtgummi-Schlangen-Käufer, versteht sich.</p>
<p>In der Stadt würde man Monika eine Kiezgröße nennen. Auf jeden Fall ist sie ein echtes Original. Die Fingernägel trägt sie hellgrün. Und mit Bestimmtheit in der tiefen Kettenraucherinnen-Stimme weist sie ihre freiwilligen Helfer &#8211; allesamt gestandene Männer weit über sechzig -  an, vom Wagen neue Ware zuholen.</p>
<p>Natürlich habe ich Monika gefragt, ob ich sie fotografieren darf. „Ja, aber bitte schlank. Und hier und da so ein bisschen retouchieren.“  Quatsch, eine Frau wie Monika, die Fee vom Plötzensee, darf man überhaupt nicht retouchieren. Schließlich ist sie eine echte Naturschönheit.</p>
<p>Seit dem  ersten Mai ist das Strandbad wieder geöffnet und Monika wartet sicher schon auf ihre Gäste.</p>
<p><em>Dr. Torsten Flüh ist Initiator und Coach </em><em>der <a href="http://wedding65runners.jaxblog.de " target="_blank">Wedding 65 Runners</a> und schreibt auf seinem Blog <a href="http://nightoutatberlin.jaxblog.de  " target="_blank">Night out@Berlin.<br />
</a></em></p>
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		<title>Herr Moda nimmt Maß</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 20:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leute]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Porträt über den Weddinger Schneider Faris Moda aus der Amsterdamer Straße

von Hakan Baykal

Der Schneider in seinem Geschäft in der Amsterdamer Straße, das er 1991 eröffnete.
„In ganz Wedding begegnet man vielleicht zehn Männern in Anzug und Krawatte.“ Faris Moda, d e r Schneider der Amsterdamer Straße, ist unzufrieden mit dem Erscheinungsbild seiner Mitbürger im Wedding. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Porträt über den Weddinger Schneider Faris Moda aus der Amsterdamer Straße<br />
</strong></p>
<p>von Hakan Baykal</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-48" title="moda01_500px" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/moda01_500px1.jpg" alt="moda01_500px" width="500" height="333" /></p>
<p><em>Der Schneider in seinem Geschäft in der Amsterdamer Straße, das er 1991 eröffnete.</em></p>
<p>„In ganz Wedding begegnet man vielleicht zehn Männern in Anzug und Krawatte.“ Faris Moda, d e r Schneider der Amsterdamer Straße, ist unzufrieden mit dem Erscheinungsbild seiner Mitbürger im Wedding. „Ein Mensch, der etwas auf sich hält, sollte auf seine Erscheinung achten. Tut er dies nicht, , wird ihn keiner anhören, wird ihn keiner beachten.“ Hier im Wedding hört man den Wenigsten zu.</p>
<p><span id="more-33"></span></p>
<p>Faris Moda kam 1951 in Mardin zur Welt. Im äußersten Osten der Türkei, dort wo das Land arabisch, kurdisch, fremd wird – und christlich. Moda ist assyrischer Christ. Und das ist nicht einfach in einem Land, das zwar die strenge Trennung von Religion und Staat propagiert, in dem aber bis heute Christen, Juden, Schiiten, Alewiten, Zoroastrier als „unvollkommen“ angesehen und behandelt werden. In der Schule, beim Militär, im Alltag. Wenn’s darauf ankommt sind Nichtmuslime plötzlich Fremde, ja Feinde. So ging es auch Herrn Moda (welch ein Name für einen Schneider!), der als junger Mann 1974 an der türkischen Invasion auf Zypern teilnahm – und sich von einem Offizier vor versammelter Truppe als christlicher Agent abgestempelt sah. Der Militärdienst in der Türkei ist nie einfach; als „Feind“ in den eigenen Reihen ist er noch schwieriger.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-89" title="moda02" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/moda022.jpg" alt="moda02" width="500" height="333" /></p>
<p><em>Faris Moda im Alter von vier Jahren in der Schneiderei seines Vaters.</em></p>
<p>1976, mit 25 Jahren, zog Faris Moda die Konsequenzen. „Wir litten nicht Hunger, wir waren nicht arm, die Wirtschaft hat uns nicht aus der Heimat verdrängt – es war die Unterdrückung.“ So kam der Schneider nach Berlin. Acht Jahre lang arbeitete er für andere, 1984 eröffnete er den ersten eigenen Laden in Reinickendorf, sieben Jahre später das zweite Geschäft im Wedding in der Amsterdamer Straße. Da sitzt er heute noch und beobachtet die Parallelexistenzen in seinem Viertel – den Niedergang auf der einen Seite, das Blühen auf der anderen. Ersteres überwiegt. „Die Menschen hier werden immer ärmer. Sie haben keine Arbeit, kein Geld, keine Perspektive.“</p>
<p>Einst galt die benachbarte Müllerstraße als der „Kudamm des Nordens“. Da gab es Boutiquen, Parfümerien, sogar Maßschneider; da war Qualität. Heute sind diese Geschäfte längst geschlossen. Stattdessen gibt es Billig-Läden, Ramsch, Nippes und resignierte Männer, die morgens mit der Flasche Bier in der Hand ihren Tag beginnen. Ein Viertel am Abhang; es geht bergab. Doch, es gibt auch Anzeichen einer anderen, einer besseren Entwicklung. Hin und wieder näht der Änderungsschneider Faris Moda auch Maßanzüge für Kunden, die erkennen wie wichtig es ist, gut aufzutreten, um gesehen und gehört zu werden.</p>
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