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	<title>Der Wedding &#187; Läden</title>
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	<description>Das Magazin für Alltagskultur - Jetzt auch als Blog</description>
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		<title>Die Schirmherrin der Müllerstraße</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 19:10:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läden]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Das Schirmfachgeschäft in der Müllerstraße 119

Text: Julia Boeck &#124; Foto: Axel Völcker
Seit mehr als fünfzig Jahren schon trotzt das kleine Schirmfachgeschäft der stetigen Fluktuation an der Müllerstraße. Und noch immer besuchen stilbewußte Schirmträger aus der ganzen Stadt das einzigartige  Geschäft, um hier seltene Modelle zu erstehen oder ihre Lieblingsstücke reparieren zu lassen.

Es regnet. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-304" title="Regenschirmladen" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Regenschirmladen.jpg" alt="Regenschirmladen" width="500" height="544" /><em> </em></p>
<p><em>Das Schirmfachgeschäft in der Müllerstraße 119<br />
</em></p>
<p>Text: Julia Boeck | Foto: Axel Völcker</p>
<p>Seit mehr als fünfzig Jahren schon trotzt das kleine Schirmfachgeschäft der stetigen Fluktuation an der Müllerstraße.<em> </em>Und noch immer besuchen stilbewußte Schirmträger aus der ganzen Stadt das einzigartige  Geschäft, um hier seltene Modelle zu erstehen oder ihre Lieblingsstücke reparieren zu lassen<em>.</em></p>
<p><span id="more-305"></span></p>
<p>Es regnet. Doch das ist ihr egal, denn sie braucht den Regen. Nicht fürs Geschäft, nein: „Oder gehen Sie etwa gern bei schlechtem Wetter einkaufen?“. Renate Metz (70) mag den grauen Himmel. Morgens &#8211; beim Aufstehen &#8211; hört sie den Wetterbericht im Radio, hört genau hin, wenn die Radiostimme sagt, wie viel Grad es tagsüber werden sollen. „Heute wohl sieben“, sagt sie, ihre Sätze sind kurz. 23 Jahre Schirmfachgeschäft lassen wenig Zeit für Schnörkeleien. Ihren Laden in der Müllerstraße hat sie all die Jahre allein geführt. Sie, die zierliche Frau mit den großen, vergoldeten Brillengläsern und der Bubikopf-Frisur. In einer Anzeige las sie vom Verkauf des Ladengeschäfts. 1985 war das, Pfingstsonntag. Frau Metz rief Herrn Lehmann an, den früheren Ladenbesitzer, und fragte nach: „Als ich von den Schirmen hörte, dachte ich, das ist nichts für mich.“ Doch Herr Lehmmann insistierte und fragte: &#8220;Sind Sie handwerklich begabt?“. War sie &#8211; und so stand die gelernte Hotelfachfrau bereits wenige Tage später im Geschäft &#8211; in ihrem Geschäft. Renate Metz wurde die Schirmherrin der Müllerstraße.</p>
<p>Ruckartig öffnet sich die Ladentür, nasskalt bläst der böige Novemberwind durch das Geschäft &#8211; über die Garderobe mit den bunten Regenmänteln, die Vitrine mit den Stockschirmen, Langschirmen und Knirpsen, über die gegenüberliegende Auswahl an Gehstöcken. Ein junger Mann, eingehüllt in einen marineblauen Wintermantel, auf der Nase eine schwarze Hornbrille, betritt den Laden, um einen Schirm zu kaufen. Jedoch nicht irgendeinen. Der Mann zieht den zerknüllten Zettel aus der Hosentasche und beschreibt das Modell. Frau Metz überlegt kurz: „Ach der Ranger!“. Flink greift sie in die Regenschirmvitrine und lässt den Knirps mit Holzgriff und schwarzem Bezug vor den Augen des Mannes auf und zu schnappen.</p>
<p>Nur vier Wochen hatte Herr Lehmann sie damals ins Schirmgeschäft eingearbeitet. Anschließend war sie für 10 Tage nach Zangenberg bei Osnabrück gefahren, um das Handwerk im Schirmverband zu erlernen. „Den Rest habe ich mir dann in Büchern angelesen“, sagt sie stolz, die Finger streichen zärtlich über das erweiterte Sortiment &#8211; die Kleinlederwaren. „Die verkaufe ich erst, seitdem die Lederwarengeschäfte aus der Umgebung dichtgemacht haben.“ 1996 begann das mit dem Leerstand in der Müllerstraße. Durch den Abbau der Berlinzulage, den staatlichen Zuschuss (8% des Bruttogehaltes) für alle in Westberlin beschäftigen Arbeitnehmer, verschwanden viele Fachgeschäfte in der Müllerstraße.</p>
<p>Renate Metz aber blieb, erweiterte ihr Angebot um einen Reparaturservice, denn gute Schirme werden repariert. So wie der Stockschirm von Maria Kramer. Die vornehme ältere Dame ist extra aus Steglitz gekommen, um den zur Reparatur abgegebenen Schirm, ein Modell mit orange-grünem Batikmuster, wieder abzuholen. „Wenn Sie wüßten, wie viele Jahre ich den jetzt habe“, die Kundin schaut auf ihren alten „Weggefährten“. Die Damen schwatzen ein wenig, man verabschiedet sich herzlich und Frau Kramer verschwindet im Regen.</p>
<p>Das Schirmfachgeschäft wird seit Januar 2009 von Rolf Lippke geführt.</p>
<p>Schirmfachgeschäft                                                                                                                                                                                                                                           Müllerstraße 119, 13349 Berlin                                                                                                                                                                                                                  Geöffnet Montag-Donnerstag, 10.00-18.00 Uhr</p>
<p><a href="http://www.schirmmitcharme.de/webshop/index.php" target="_blank">www.schirmmitcharme.de</a></p>
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		<title>Madenautomat</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 21:39:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läden]]></category>
		<category><![CDATA[Produkte]]></category>

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		<description><![CDATA[
Madenautomat im Angelshop Koss in der Tegelerstraße 25
Text: Heiko Werning  &#124; Foto: Axel Völcker

Mit Berlinbesuchern ist das ja so eine Sache. Was soll man denen nur immer zeigen? Reichstag und Kuppel und so, alles schön und gut. Aber letztlich wollen sie dann ja doch immer „mal was Besonderes“ erleben. Zum Glück wohne ich im Wedding. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-261" title="Maden_500px" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Maden_500px1.jpg" alt="Maden_500px" width="500" height="656" /></p>
<p><em>Madenautomat im Angelshop Koss in der Tegelerstraße 25</em></p>
<p>Text: Heiko Werning  | Foto: Axel Völcker<em><br />
</em></p>
<p>Mit Berlinbesuchern ist das ja so eine Sache. Was soll man denen nur immer zeigen? Reichstag und Kuppel und so, alles schön und gut. Aber letztlich wollen sie dann ja doch immer „mal was Besonderes“ erleben. Zum Glück wohne ich im Wedding. Da ist das ganz einfach. Meine Besucher jedenfalls wollen alle immer nur das Eine sehen: den Madenautomaten in der Tegeler Straße.</p>
<p><span id="more-253"></span></p>
<p>An einer Hauswand hängt er dort, ein altes Gerät in leicht angegammeltem weißen Farbton, in der Bauweise alter Getränkedosenautomaten. In sechs Reihen sind kleine Fächer darin angeordnet, die von außen durch eine Glasscheibe eingesehen werden können. In diesen Fächern stehen Plastikdosen. Darüber prangt in großen schlichten Buchstaben lediglich ein Wort: „Maden“. Was gäbe es dazu auch sonst groß zu sagen? Es sind Maden drin, und wenn man einen Euro reinwirft, sind die Maden draußen. Dann hat man eine Schachtel Maden in der Hand. Das ist wahnsinnig praktisch, wenn man gerade mal welche braucht.„Was ist das denn?“, fragen die Gäste fassungslos, dabei steht es da doch unüberlesbar dran. Aber Touristen wollen ja immer alles ganz genau erklärt haben. Deshalb erläutere ich in ruhigem Tonfall: „Maden. Da drin sind Maden.“</p>
<p>„Das glaube ich nicht“, sagen sie und werfen eine Münze ein. Sie nehmen die Dose in die Hand, machen den Deckel auf und schauen ungläubig und entsetzt hinein: Im leicht klebrig feuchten Sägemehl tummeln sich gut 100 Maden, die munter herumkriechen, dabei gelegentlich ihr Köpfchen heben, oder wie immer die Seite mit den beiden schwarzen Punkten bei diesen Viechern heißen mag, vielleicht ist es auch der Schwanz, was weiß ich, jedenfalls heben sie lustig ihr eines Ende nach oben, lassen es ein wenig kreisen, vielleicht gucken sie sich um, und dann nehmen sie mit Schwung Anlauf und tauchen mit diesen seltsamen fortlaufenden Kontraktionswellen ihrer straff gespannten, ledernen Haut über dem prallen Körper wieder in ihr Sägemehl ein, wo sie so herumwühlen, dass drei Artgenossen an die Oberfläche gedrückt werden, die nun ebenfalls ihre Vorderhälfte nach oben recken, und das passiert überall in der Dose gleichzeitig – ein Bild, wie wenn Dutzende Maden den Betrachter frohgemut grüßen, bevor sie sich wieder in ihr Element vergraben. Der Besuch starrt immer noch entsetzt auf die Dose: „Das ist ja widerlich!“, hört man ihn sagen, und ich frage dann stets: „Aber warum hast Du sie dir dann gekauft!“</p>
<p>„Na hör mal, wer konnte denn ahnen, dass da Maden drin sind!“ Geduldig weise ich darauf hin, dass ich von einem Maden-Automaten berichtet habe, den er dann unbedingt sehen wollte, und auf dem in 10 cm hohen, gut lesbaren Buchstaben das Wort „Maden“ steht. Was er denn erwartet habe?</p>
<p>Der Besuch will es einfach nicht wahrhaben: „Aber … aber wer tut denn sowas?“</p>
<p>„Was?“</p>
<p>„Naja, wer zieht Maden aus einem Automaten?“</p>
<p>Langsam zweifle ich an seinem Verstand. Ich schaue ihn sehr ernst an: „Tja… Du zum Beispiel. Du hast eben Maden aus einem Automaten gezogen.“</p>
<p>„Ja, aber ich wollte doch gar keine!“ Er guckt mich dabei leicht gequält an. Ihm ist schon aufgefallen, dass er sich mit der Argumentation auf dünnem Eis bewegt. Ich schlage versöhnlichere Töne an: „Mein Gott, das ist doch wirklich nichts Besonderes! Das ist wie im Supermarkt mit den Regalen an der Kasse. Da sind auch nur so Sachen drin, die keiner wirklich haben will, und die Leute greifen dann einfach zu und schmeißen sie in ihren Einkaufswagen.“</p>
<p>„Ja, aber das sind ja auch keine Maden!“</p>
<p>„Nein.“</p>
<p>„Nein. Das sind Schokoriegel oder so.“</p>
<p>„Hättest du hier einen Euro reingeworfen, wenn dies ein Schokoriegel-Automat gewesen wäre?“</p>
<p>„Äh… nein. Wahrscheinlich nicht. Aber ich wollte ja auch keinen Schokoriegel.“</p>
<p>„Nein. Du wolltest Maden.“</p>
<p>„Ich wollte keine …!“ Er brüllt fast.</p>
<p>„Aber du hast Maden gekauft. Immerhin gut 100 Stück, würde ich schätzen.“</p>
<p>In den Augen des Besuchs steht ein großes, verzweifeltes Fragezeichen: „Warum?“</p>
<p>„Na ja, ich nehme an, weil die Leute hier nunmal Maden kaufen. Schokoriegel lohnen sich wahrscheinlich nicht. Vielleicht war das ja mal ein Schokoriegelautomat, aber alle werden ja immer gesundheitsbewusster und sparsamer, da kaufen sie keine Schokoriegel mehr oder nur noch bei Lidl, und der Besitzer hat sich nachts im Bett gewälzt und gefragt, was er bloß mit seinem Automaten anfangen soll, jetzt wo niemand mehr Schokoriegel kauft, er hatte doch schließlich die Investitionskosten und es war eine stete Einnahmequelle, irgendwas muss er schließlich verkaufen mit diesem Automaten, und dann hat er sich gesagt: Gut, dann nehme ich halt Maden. So was mögen die Leute hier sicher. Und siehe da, er hat Recht gehabt. So ist das, man muss mit dem Markt gehen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Jeder, der hier zu Besuch ist, kauft eine Dose Maden, das ist doch eine super Geschäftsidee. Vielleicht ist das auch so eine Ich-AG, vielleicht ist da jemand zu seinem Fallmanager gegangen und hat gesagt: ´Schluss, ich will nicht mehr auf eine Jobvermittlung warten, ich mach mich jetzt selbstständig.´ ´Tja, was können Sie denn´, hat der Arbeitsvermittler dann nachdenklich gefragt, und derjenige hat stolz geantwortet: ´Ich kann Maden. Bin ich groß drin. Und die Leute werden sie mir aus den Händen reißen!´ Dann hat er eine Förderung bekommen, um sich einen alten Automaten kaufen zu können. Wahrscheinlich ist er neulich mit seinem goldenen Mercedes, den er sich von all den Maden hat zusammenschweißen lassen, beim Arbeitsamt vorgefahren und hat sich sehr bedankt.“</p>
<p>Mein Besuch zweifelt. Aber er mag jetzt auch nicht mehr darüber diskutieren. Er will in die Kneipe. Unterwegs will er die Plastikdose in eine Mülltonne werfen. Ich bin erschüttert. „Hey, das kannst Du doch nicht machen! Du kannst doch nicht einfach die Maden wegschmeißen.“</p>
<p>„Na ja, aber ich wollte sie doch gar nicht. Das war doch nur so ´ne Idee, die zu ziehen.“</p>
<p>„Aha, nur so ´ne Idee. Wie zu Weihnachten immer, da kaufen die Leute auch immer irgendwelche Tiere, Hunde oder Katzen, und dann binden sie die im Sommer, wenn sie in Urlaub fahren, an der nächstbesten Autobahnraststätte fest.“</p>
<p>„Ach komm, das ist doch was ganz anderes.“</p>
<p>„Ja, bei Hunden ist es nur einer.“</p>
<p>„Das sind doch nur Maden!“</p>
<p>„Ja, Maden. Fliegenwelpen sozusagen. Die haben ihr Leben noch vor sich. Du willst 100 kleine Kinderleben einfach auslöschen!“</p>
<p>Er sah mich ratlos an.</p>
<p>Ich gebe ihm einen Tipp: „Versuch halt, sie in der Kneipe an jemand anders zu verkaufen. Dann braucht der nachher in der Kälte nicht mehr bis zum Madenautomaten zu gehen.“</p>
<p>Er sah mich noch ratloser an. Als wir die Torfstraße einbogen, sahen wir eine tote Ratte auf dem Gehsteig. „Da! Das ist die Lösung!“, jubilierte mein Besuch, öffnete die Dose, und ganz vorsichtig ließ er die kleinen Maden hinauskrauchen. „Viel Glück!“, hauchte er ihnen zu. Zufrieden gingen wir in die Kneipe.</p>
<p>Ich stelle mir vor, wie der Besitzer des Madenautomaten überall in den Straßen des Weddings tote Ratten ausgelegt hat. Die kann er dann morgens alle abgehen und die Maden wieder einsammeln. Eine wirklich große Geschäftsidee. Da sage noch einer, am Standort Deutschland gebe es keine Innovationen mehr. Wer das glaubt, der begleite mich in die Tegeler Straße. Zum Madenautomaten. Ich zeige es jedem sehr gerne.</p>
<p><em> aus: Heiko Werning: &#8220;In Bed with Buddha. Ein episodischer Entwicklungsroman&#8221;, Edition Tiamat 2007.</em></p>
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		<title>Typographie im Wedding</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 20:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läden]]></category>

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		<description><![CDATA[Teil 1: Thema „Redesign&#8221; von Axel Völcker
Typografie im Wedding ? &#8211; Das sind geschwungene Buchstaben aus Leuchstoffröhren auf den Reklametafeln der Sechziger Jahre, „Neueröffnungs“-Banner über Dönerbuden, die bunten Werbeschilder der letzten großen Nagelstudiowelle oder die omnipräsenten Logos der vielen Billigdiscounter und 1-Euro Shops. In Berlin-Wedding gibt es keine aufwendig designten Flagship-Stores, dafür einen bunten Schilderwald, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Teil 1: Thema </strong><em><em><strong>„</strong></em></em><strong>Redesign&#8221;</strong> von Axel Völcker</p>
<p>Typografie im Wedding ? &#8211; Das sind geschwungene Buchstaben aus Leuchstoffröhren auf den Reklametafeln der Sechziger Jahre, „Neueröffnungs“-Banner über Dönerbuden, die bunten Werbeschilder der letzten großen Nagelstudiowelle oder die omnipräsenten Logos der vielen Billigdiscounter und 1-Euro Shops. In Berlin-Wedding gibt es keine aufwendig designten Flagship-Stores, dafür einen bunten Schilderwald, in dem noch nicht jede Eckkneipe zur minimalistischen Lounge getrimmt wurde. Schaut man genau hin, so entdeckt der aufmerksame Flaneur einen Schatz an typografischen Reliquien aus einer Zeit, in der die Müllerstraße noch der Ku&#8217;damm des Nordens war.</p>
<p><strong>Redesign</strong></p>
<p>»Redesign« bedeutet die Neugestaltung von gebrauchsgraphischen Gebilden jeder Art, seien es beispielsweise Zeitungen, Logos oder Reklametafeln.</p>
<h6>* Bei einigen der abgebildeten Geschäfte wurde nicht nur die Beschilderung ausgetauscht.</h6>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-228" title="Kneipe_Fahrschule" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Kneipe_Fahrschule.gif" alt="Kneipe_Fahrschule" width="500" height="340" /></em></p>
<p><strong><em>Kneipe </em><em>„</em></strong><strong><em>Nauener Eck</em></strong><em><strong>&#8220;</strong>, Nauener Platz, heute „Fahrschule Aktiv“</em></p>
<p><span id="more-227"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-229" title="Kugelblitz01" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Kugelblitz01.gif" alt="Kugelblitz01" width="500" height="313" /></p>
<p><em><strong>Kneipe „Kugelblitz“</strong>, Groninger Straße / Ecke Liebenwalder Straße</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-230" title="Eck_Nr.01" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Eck_Nr.01.gif" alt="Eck_Nr.01" width="500" height="296" /></em></p>
<p><em><strong>Kneipe „Eck N°1“</strong>, Müllerstraße / Ecke Triftstraße, heute Shisha-Bar „Harlem“</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-231" title="Kutscher-neu" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Kutscher-neu.gif" alt="Kutscher-neu" width="500" height="353" /></em></p>
<p><em><strong>„Kutscher-Kneipe“</strong>, Genter Straße / Ecke Brüsseler Straße</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-232" title="Liesegang" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Liesegang.gif" alt="Liesegang" width="500" height="316" /></em></p>
<p><em><strong>Kneipe „Zum Storchennest“</strong>, Malplaquetstraße / Ecke Nazareth-Kirch Straße, später Bar „Liesegang“, heute Bar „Weine &amp; Geflügel“</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em>Axel Völcker ist Fotograf und Herausgeber des Magazins „Der Wedding“. Auf vielen Wahrnehmungsspaziergängen durch seinen Heimat-Kiez fotografierte er &#8211; mit besonderer Vorliebe für Schriftgestaltung &#8211; die Ladengeschäfte und Reklametafeln des Weddings.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
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		</item>
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		<title>Standortwahl</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 17:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Text: Robert Rescue  &#124;  Illustration: Andreas Hartung
Wer im Wedding wirtschaftlich Fuß fassen will, nennt sein Geschäft „Billig“ oder „Preiswert“ oder als Discounter „Aldi“ oder auch „Penny“, wobei „Penny“ deutlicher klingt als „Aldi“. Am besten gehen jedoch „Pfennigland“, „Fundgrube“, „Restposten“ und „Lagerverkauf“, am besten per Außenmikrophon ausgerufen, damit es jeder hört und angelaufen kommt:
„Hier, meine werten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-208" title="illustration_fertig" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/illustration_fertig.jpg" alt="illustration_fertig" width="500" height="552" /></p>
<p>Text: Robert Rescue  |  Illustration: Andreas Hartung</p>
<p><strong>Wer im Wedding wirtschaftlich Fuß fassen will, nennt sein Geschäft „Billig“ oder „Preiswert“ oder als Discounter „Aldi“ oder auch „Penny“, wobei „Penny“ deutlicher klingt als „Aldi“. Am besten gehen jedoch „Pfennigland“, „Fundgrube“, „Restposten“ und „Lagerverkauf“, am besten per Außenmikrophon ausgerufen, damit es jeder hört und angelaufen kommt:</strong></p>
<p>„Hier, meine werten Damen und Herren, bieten wir ihnen erlesene Produkte zu sensationell günstigen Preisen. Kaufen sie hier ein, dann wird ihnen geholfen. Hier kostet alles nur 50 Cent, selbst die Artikel, die nicht so aussehen, als würden sie 50 Cent kosten, kosten 50 Cent. Darauf gebe ich Ihnen mein letztes Hemd, das ich gerade trage.“</p>
<p><span id="more-207"></span></p>
<p>Legendär ist das Kaufhaus, welches mal in der Utrechter Straße seine Türen öffnete und die Weddinger in Scharen anzog, was wohl an dem Namen lag – „Super-günstig-preiswert-billig-ansichumsonst“</p>
<p>Bei dieser Ladenbezeichnung, das kann sich jeder denken, ist dem Eigentümer kein wirtschaftlicher Erfolg vergönnt, was schließlich nach einer Woche durch eine plötzliche Geschäftsaufgabe, ohne Räumungsverkauf übrigens, auch geschah.</p>
<p>Geschäften, die nicht ausdrücklich einen Anspruch auf „billig“ erheben, bringt der Weddinger Misstrauen entgegen, in der Art, dass er solchen Geschäften aus dem Weg geht und diese handeln lässt, bis ihnen betriebswirtschaftlich die Puste ausgeht und sie durch große Schilder mit dem Aufdruck „Räumungsverkauf“ deutlich machen, dass sie sich geschlagen geben. Dann erst geht der Weddinger dort einkaufen.</p>
<p>„Liebling, ich glaube, du brauchst mal wieder neue Schuhe.“</p>
<p>„Ich denke auch, meine Süße. Ich habe gesehen, dass das Schuhgeschäft in der Müllerstraße für nächste Woche Räumungsverkauf zu Supergünstigen Preisen angekündigt hat. Da können wir dann mal hingehen.“</p>
<p>Es gibt allerdings mindestens ein Geschäft im Wedding, dass dem ganzen Preisdruck, dem ganzen „Ich mach auf billig“ und vor allem, jedem Ausverkauf trotzt – das Wohnmöbelgeschäft „Graetz Wohnstil“ in der Seestraße 98/Ecke Lüderitzstraße.</p>
<p>Unter dem Motto „Wohnstil“ wirbt es für exquisite Wohnmöbel, etwas, was im Wedding unbekannt ist.</p>
<p>Täglich gehe ich an dem Geschäft vorbei und denke mir einerseits, dass „Graetz“ ein virtuelles Abbild einer Möbelboutique vom Kurfürstendamm ist, das sich verirrt hat.</p>
<p>Andererseits erwische ich mich oft dabei, dass ich an dem Laden vorbeigehe und laut ausrufe: „Was solln ditte?“, was umgangssprachlich eine Kurzform darstellt von: „Ich kann nicht recht einsehen, warum es dieses Ladengeschäft ausgerechnet hier gibt, wo es doch Produkte vertreibt, für die Preise verlangt werden, die hier niemand bezahlen kann.“ Nenne ich also mal zwei Beispiele:</p>
<p>In einem der vielen Verkaufsräume steht ein Tisch aus zugegeben edlem, teuren Holz. Ansonsten ist er schmucklos und erscheint wie ein ganz normaler Tisch, an dem sich Essen oder Kartenspielen lässt. Das aber verbietet sich durch den Preis in Höhe von 2700 Euro. Direkt daneben steht ein Korbsessel, den äußerlich auch nichts ungewöhnlich macht, vielmehr erscheint er als etwas, für das ein Weddinger, wenn er denn Lust und/oder Bedarf an einem solchen Möbelstück hat, nach Tempelhof zu IKEA fährt, weil das schwedische Möbelhaus niemals einen Korbsessel für 590 Euro anbieten würde. Hat der Weddinger aber kein Geld für Neuware, dann läuft er um die Ecke, wo er bei einem der zahlreichen Wohnungsauflöser einen Tisch für 17 und einen Korbsessel für 19 Euro bekommt.</p>
<p>Neulich erzählte mir Gesine, gebürtige Weddingerin, dass es das Geschäft bereits gegeben habe, als sie noch in die Grundschule ging. Nun weiß ich Gesines Alter nicht genau, deshalb tippe ich mal, dass das Anfang der Achtziger Jahre gewesen sein muss. Solange kann sich kein Geschäft halten, wo sich den Tag über der Geschäftsführer in einem der hinteren Räume verschanzt und ich, trotz häufigen Vorbeigehens und Wunderns, noch nie einen Kunden gesehen habe.</p>
<p>Da sich diese im Wedding definitiv nicht finden, muss die Kundschaft von außen kommen. Das müssen dann irgendwelche Gutbetuchten aus Zehlendorf oder Charlottenburg sein, die sich Möbel nicht zur Nutzung, sondern zum Anschauen kaufen und die sich vielleicht einmal im Monat sagen: „So, jetzt fahre in den Wedding und kauf da einen neuen Sekretär, die anderen mag ich nämlich nicht mehr anschauen.“</p>
<p>Zum Schluss ein Hinweis auf eine Legende, die sich die Leute im Kiez erzählen, wenn sie sich im Gespräch über das merkwürdige Geschäft Lüderitzstraße/Ecke Seestraße wundern und von der zwei Versionen existieren.</p>
<p>Anfang der Achtziger Jahre soll der damals 22jährige, frischverheiratete Klempnergeselle Andreas Weierich an dem Geschäft vorbeigelaufen und auf die Idee gekommen sein, sich dort einen Tisch und einen Korbsessel zu kaufen, um damit seine neue Wohnung auszustatten. Angesichts der hohen Preise für beide Möbel entschloss er sich, solange zu sparen, bis er die Summe zusammen hatte.</p>
<p>Die eine Version der Legende behauptet, dass Andreas Weierich zwar eisern sparte, doch Anfang 2000, kurz bevor er die Summe zusammen hatte, dem Alkoholismus verfiel, seine Wohnung und Frau dadurch verlor und insgesamt in Grund und Boden abstürzte. Der Legende nach führt ihn sein Weg manchmal des Nachts durch die Lüderitzstraße, wo er dann stehen bleibt und die Fensterscheiben von „Graetz Wohnstil“ anbrüllt: „Irgendwann habe ich das Geld zusammen und dann komme ich wieder. Dann kaufe ich die Möbel und alles wird wieder gut.“</p>
<p>Die andere Version der Legende hat auch kein gutes Ende:</p>
<p>Da heißt es, Weierich hätte am 15. April 2005 das Geld zusammen gehabt und sei frohgemut zu „Graetz Wohnstil“ gelaufen, wo ihm der ominöse Besitzer des Ladens aber mitteilte, dass gerade eben ein Stammkunde aus Zehlendorf beide Möbelstücke aufgekauft hätte.</p>
<p>Daraufhin habe Andreas Weierich aus Gram sein Geld im nahegelegenen „Saray Dönerparadies“ in exakt 1316 Döner investiert, von denen er 73 zu verspeisen schaffte, bevor es ihn dahinraffte.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong></p>
<p>Ein halbes Jahr nach Fertigstellung dieses Textes schloss „Wohnmöbel Graetz“. Seitdem glaube ich, dass ich die Fähigkeit besitze, durch meine Texte die Existenz hiesiger Geschäfte beeinflussen zu können. Vor kurzem habe ich über ein Internet-Café in der Brüsseler Straße geschrieben. Vor drei Tagen hat es zugemacht. Das kann aber auch daran liegen, dass es nebendran noch zwei weitere Cafés gibt und drei sind definitiv zu viele für eine Straße.</p>
<p><em>Erschienen in: DER WEDDING – Ausgabe 01</em></p>
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		<title>Weddinger Kneipen</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 09:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>axel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Läden]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele traditionelle Berliner Kneipen sind bedroht. Steigende Mieten und neue Bewohner, die sich nicht hineintrauen oder keinen Wert auf sie legen, verändern den Kiez. Eine Bestandsaufnahme und ein Spaziergang durch Weddinger Kneipen mit Textfundstücken und Beobachtungen vor Ort von Frank Sorge und Fotografien von Axel Völcker.

Euler-Eck

Ich wollt ich wär ein Elefant, wie wollte ich jubeln [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span>Viele traditionelle Berliner Kneipen sind bedroht. Steigende Mieten und neue Bewohner, die sich nicht hineintrauen oder keinen Wert auf sie legen, verändern den Kiez. Eine Bestandsaufnahme und ein Spaziergang durch Weddinger Kneipen mit Textfundstücken und Beobachtungen vor Ort von Frank Sorge und Fotografien von Axel Völcker.</span></p>
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<p style="text-align: left;"><strong>Euler-Eck</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong><img class="alignnone size-full wp-image-63" title="Euler-01" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Euler-013.jpg" alt="Euler-01" width="500" height="333" /></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich wollt ich wär ein Elefant, wie wollte ich jubeln laut, es wär mir nicht ums Elfenbein, nur um die dicke Haut.</p>
<p style="text-align: justify;">13 Uhr – Messer im Bauch, Engelhardt. Traurig, wie Sachen verschwinden. 25 Stunden am Tag trauern. Schrei meinen Hund nicht an! Karo, Skat, Wowereit. Du bellst jeden Tag hier. Ick hab noch andere Termiten! Ein Gast hat ein Fax von Frank Henkel (MdA) bekommen: geschlossene Heime für Jugendliche mit Migrationshintergrund.  Sicherheit, Präsenz, Rauschgifthandel. Die fahren ja och hundertzwanzig inner Dreißiger-Zone. Wer Liebe sucht, der muss auch Liebe geben. Kanaken treten die Tür ein!!</p>
<p style="text-align: justify;">Saal: Bezirksliga. S. V. Norden-Nordwest (18)98 Berlin/Saison 94/95. Sponsored by Fa. Karthago Immobilien. Sparverein »Letzte Hoffnung« Obere Reihe von links: Unversucht, Saricam.<br />
Untere Reihe von links: Opolka, Yasin.</p>
<p style="text-align: justify;">Ick hör nur zu: Schon vorm Krieg Kneipe. Welchem? Kollegin hat 33 Jahre geschafft. Haste watt jewonnen? Ne Flugente! Wenn se ufftaut, fang ick se und gleich ab innen Topf! Die schwarze Kunst, trinke ihn mäßig, aber regelmäßig.</p>
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<p style="text-align: left;"><strong> </strong></p>
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<p style="text-align: left;"><span id="more-51"></span></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Alt-Berliner Eck</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong><img class="alignnone size-full wp-image-66" title="Altberliner" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Altberliner2.jpg" alt="Altberliner" width="500" height="680" /><br />
</strong></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: justify;">14 Uhr – Axel kommt später, später auch nicht. Falsche Kneipe? Schauer und Gewitter im Radio. Gibt’s bei euch was zu essen? »Ich schau ma.« Goldbrand Futschi zum Spottpreis, pendelnder Ventilator und der Ruf vom Tresen: »Mußte maln Roman schreiben. Einen Bestseller!« Löffel steht auf. »Gehst du nach Hause?« Großes Gelächter, andächtiger Klogang. Die haut dir die Ohren vom Stamm. Kindlvernarrt.<br />
Pankow so nah, dass man ein Schnapsglas nach schmeißen kann. Ein Chef fährt mit dem Mercedes vor die Fensterkante, lässt sich den Rücken kratzen, lädt Kisten aus. »Ick zeig dia ma, wat bei dia krumm läuft!« Schaumpartyhits in der Jukebox und »Kleines Steak auf Toast mit Spiegelei, Zwiebeln«. »Nö, leider nich. Aba späta.«</p>
<p style="text-align: justify;">17 Uhr – aufn Kaffee zurück. »Inna Molle warta? Da müßta nachts hinjehn. Da jeht richtich die Post ab.«</p>
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<p style="text-align: left;"><strong>Zur Molle</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong><img class="alignnone size-full wp-image-67" title="Molle100-2" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Molle100-22.jpg" alt="Molle100-2" width="500" height="692" /><br />
</strong></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: justify;">15 Uhr – Haarscharf noch Wedding. Richtige Kneipe? Spinnennetz, Foxy Lady,<br />
Violett 2,3,4,5 Alpha Spiele. Ein Dachdecker lehnt am Tresen, Zollstock am Knie.<br />
Draußen läuft der Tag beschwingt, süße Luft. Glatzkopf! Kickerweltmeister.<br />
Mein Herz brennt! Ich nix verstehen, ich Deutscher.<br />
(Vor dem Fenster Politikernachwuchs. BüSo – Bush ist ein Affe! – als Klappthese aufgeschmiert. Wer denn nicht? Ab ins Glashaus, vielleicht wirft wer Bananen rein!)</p>
<p style="text-align: justify;">Buggi-Wuggi. Was drinnen ist, ist drinnen. Rhetorisch: »Ja keene Fraun anwesend?« Klageruf. Süddeutsch Flur mit 4 Buchstaben? Ern. Japanischer Verwaltungsbezirk? Der erste Märtyrer? Weil de nicht pennen tust. Deshalb. Jonny schrieb: »Det fiel mir trotzdem uff!« Drei Bonustürme, Freispiele, Giga Ausspielung, zweimal leuchtend: Nichts. Rätselhaftes Rotamint. Ambitionierter Dekorateur, aber grad nicht da – Metropolis neben Deutschlandflagge (gehörnt).</p>
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<p style="text-align: left;"><strong> </strong></p>
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<p style="text-align: left;"><strong>Kutscher Kneipe</strong></p>
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<p style="text-align: left;"><img title="Kutscher" src="http://www.derwedding.de/wpde/wp-content/uploads/Kutscher1.jpg" alt="Kutscher" width="500" height="333" /></p>
<p style="text-align: justify;">18 Uhr – die Herren? Mathematik am Tisch. »Wie wäre es vielleicht mit einem Bier, darf auch groß sein. Und das mal zwei!« Werden als »Presse« bezeichnet. Die Kneipe hieß mal »Schweinekopp«, davor Eisdiele. Mehr wissen die Stammgäste, vor zwanzig Jahren gabs einen Brand. Schnicki-schnacki-Hühnerkacki, hab ich noch nie gehört! Schmeißte mir maln Ascher ann’ Kopp! Hundert Pflanzen, vielleicht mehr, Affenbrot bis wurstige Kaktee. Fein besprüht, alle Zeit. Mannomann, machen viel Arbeit die Pflanzen, oder? Ja, sehr viel! Stirnrunzeln. Die hab ich eingeführt, 14 Jahre alt sind die Pflanzen.<br />
Nanjing – in der ostchinesischen Bar »Zur aufgehenden Sonne« steht das Personal gegen Bezahlung als Prügelknabe bereit, wenn Gäste Wut und Frust abreagieren wollen. Die Herren von der Presse bekommen Nachschlag. Wenn es dämmert, zündet sie Lichter an. Wenn ich nachts hier reinkomme, schallt es vom Tresen, ist alles voller Kerzenlicht.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><em>Erschienen in: DER WEDDING – Ausgabe 01</em></p>
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