
Die Fußgängerzone von Higashiosaka
Von Hamm bis Higashiosaka
Die sechs Autoren der Weddinger Lesebühne Brauseboys stellen die sechs Partnerstädte des Weddings vor.
Teil 2: Higashiosaka
von Paul Bokowski
Higashiosakas Schönheit erschließt sich, seien wir ehrlich, nicht einmal auf den zweiten Blick. …
Wie die meisten japanischen Trabantenstädte glänzt sie seit ihrer symbiotischen Entstehung Mitte der 60er Jahre eher durch urbane Funktionalität, als durch die abenteuerliche Exotik einer fern asiatischen Hafenstadt. Dennoch, so heißt es, sei Higashiosaka mit seinen 550.000 Einwohnern ein beliebtes innerjapanisches Reiseziel. Warum konnte bis zum Redaktionsschluss nicht eindeutig geklärt werden. Vielleicht wegen der Nähe zum so trubeligen Osaka, dem mild-feuchten Klima oder einem der ältesten buddhistischen Schreine Japans.
Die Jugend zumindest scheint Higashiosaka und seiner Metall- und Papierindustrie nicht sonderlich viel abgewinnen zu können. In der virtuellen Welt von „Second Life“ wurde der Stadt ein sehr zweifelhaftes Denkmal gesetzt: Hier ist Higashiosaka ein höllenartiges, brennendes Jammertal. Der grenzenlosen Zerstörungswut aller Interessenten freigegeben.
