Die Partnerstädte des Weddings – Teil 1: Bottropp

Rathaus

vor dem Rathaus Wedding

Von Hamm bis Higashiosaka.

Die sechs Autoren der Weddinger Lesebühne Brauseboys stellen die sechs Partnerstädte 
des Weddings vor.

Teil 1: Bottropp
von Volker Surmann

Bottrop ist kein Ort, Bottrop ist ein städtebaulicher Zustand. Bottrop ist der Wedding des Ruhrgebiets. Bottrop sind Ortsteile zwischen Ortsteilen, die in Ortsteile übergehen, die irgendwann aber nicht mehr Bottrop sind, sondern Gelsenkirchen oder Essen.
Zweimal bin ich in Bottrop gewesen, im Ortsteil Eigen und habe Eigen in guter Erinnerung, denn ich hatte schöne Auftritte in Bottrops Eigener Comedyshow. Die Eigener Bottroper sind gutmütig, freundlich und verstehen keine Sprachspiele. Sie sind halt „eigen“, aber auch den müden Scherz würden sie nicht verstehen.

BottropBoy

Untergebracht war ich in Boy – ein Ortsteil, der mehr verspricht als er halten kann. Die Boyer Boys tragen weiße Jeans, kunstvolle Rasuren im Haar und Goldkettchen. Boy ist Bottrops Problem-Ortsteil, Bottrops Soldiner Kiez: Viele Migranten, viele Arbeitslose, viele städtebaulichen Aufwertungsmaßnahmen. In einer davon habe ich geschlafen: einem nigelnagelneuen, futuristischen Hostel. Ich war der einzige Gast. Man hatte mich hier abgesetzt, für meine Weiterreise war ich selbst verantwortlich. Bottrop hat Linienbusse. Bottrop hat Haltestellen. Bottrop hat keinen Liniennetzplan. Bottrop rechnet nicht mit Gästen. Alle Bottroper Busse fahren von Bottrop-Ortsteil nach Bottrop-Ortsteil und zurück nach Bottrop-Ortsteil. Bottrop will nicht, dass man Bottrop wieder verlässt, wenn man Bottrop erst einmal betreten hat.

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Jawoll: Das Zentrum von Bottropp

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