
Orient.Net, Turiner Straße 41
Text: Robert Rescue | Foto: Mirko Zander
An der Ecke waren sie über mich hergefallen und hatten mich in ihren Laden gezerrt.
Dann setzten sie mich in eine der Kabinen und zwangen mich mit einer Pistole, am Computer zu surfen.
Ich gehorchte und besuchte die Seiten, die ich sonst aufgerufen hätte, wenn ich ohne Zwischenfall nach Hause gekommen wäre. Ich besaß DSL und hatte ihre Dienstleistung nicht nötig, aber das zählte für die nicht.
Sie waren Weddinger Geschäftsleute und in der Anpreisung ihrer Dienstleistung unerbittlich. „So, eine Stunde ist rum. Das kostet ein Euro“, sagte der Chef des Ladens später und nahm die Pistole von meiner Schläfe. Du bist guter Kunde. Nächstes Mal gerne wieder.“
Ich zahlte, verdammte sie innerlich und suchte das Weite. Draußen kramte ich einen Euro hervor und bereitete mich vor. An der nächsten Ecke lauerte das nächste, das konkurrierende Internet-Café. Wie so oft würde es eine lange Nacht werden, bis ich endlich nach Hause fand.
Den Computer würde ich dann nicht mehr anschalten. Eigentlich brauchte ich ihn auch gar nicht mehr …
Eigentlich brauchte ich ihn auch gar nicht mehr …
