Immer an der Panke lang – Teil 2

Krimi-Panke

Text: Falko Hennig  |  Illustration: Axel Völcker

Teil 2: Krimi am Pankeufer

Die kleine Panke fließt vom Nordhafen bis zur Chausseestraße für Fußgänger unerreichbar dahin, eingekesselt zwischen Sportanlagen und einem gerade in Renovierung befindlichen Industriebau.

Erst hier haben wir eine etwas prosaische Uferpromenade, der Fluss führt unter einem auf Stelzen stehenden Sozialbau hindurch und markiert so den Übergang von Mitte nach Wedding.

Fast 30 Kilometer lang ist die Panke und entspringt bei Bernau. Früher war sie sogar ein richtiger Fluss, der gelegentlich Hochwasser führte. Wie ein Zeugnis dieser Vergangenheit erscheint uns das Wehr an der Schulzendorfer Straße. Mit Stacheldraht ist der vollautomatische Betrieb abgesichert, Schilder warnen vor der Lebensgefahr, in die man gerät, wenn man die Anlage betritt.

Wir folgen dem Ufer, als plötzlich unser Interesse von einer Konstellation geweckt wird, wie wir sie aus Kriminalfilmen kennen:

Ein junger Mann zeigt zwei Polizisten etwas im Flüsschen, sofort sind unsere journalistischen Instinkte geweckt: Leichenteile oder ein Goldschatz der Nazis? Wir liegen gar nicht so weit daneben, fünf Plastikboxen hält der Bürger für Geldkassetten, die vom jüngsten Banküberfall am Gesundbrunnen stammen könnten. Dabei haben die Räuber zwei Mitarbeitern der Wachschutzfirma in die Arme und einen gar in den Kopf geschossen und ihr Fluchtauto sogar im Hinterhof des aufmerksamen Zeugen in Brand gesteckt.

Panke_Teil2_Bild1

Die Wasser der Panke durchqueren die Abgründe der Großstadt. Die Polizisten sind nicht so glücklich, gleich hätten sie Feierabend gehabt, nun müssen sie auf Technisches Hilfswerk und Spurensicherung warten. Über das Verbrechen wissen sie keine weiteren Details, Fernsehen könne man ja nicht mehr sehen, andauernd erscheinen die Gesichter von Merkel und Schröder. Nur dass die Wachmänner noch schlechter verdienen als sie selber und dafür ihr Leben riskieren, das gefällt ihnen nicht.

So spannend es wäre, hier jetzt den weiteren sensationellen kriminalistischen Ereignissen zu folgen, müssen wir doch weiter.

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